Wie aus einer Idee ein Objekt wird – und worauf ich dabei achte.
Idee und Recherche
Am Anfang steht eine Idee. Bevor ich zeichne, schaue ich mich um: Was gibt es dazu bereits, wie wurde die Aufgabe anderswo gelöst, und wo ist noch Platz für etwas Eigenes? Diese Recherche bewahrt mich davor, etwas zu bauen, das es in besserer Form schon gibt.
Worauf ich achte
Danach halte ich fest, was dieses Produkt erfüllen soll. Diese Punkte entscheiden über alles Weitere.
Einfachheit
So wenig Bauteile wie möglich. Jedes Teil, das ich weglassen kann, muss später niemand herstellen, montieren oder ersetzen. Einfachheit ist für mich kein Stilmittel, sondern eine Konstruktionsentscheidung.
Reparierbarkeit
Was kaputtgehen kann, soll sich austauschen lassen – und zwar von der Person, die das Möbel benutzt. Kein Spezialwerkzeug, keine verklebten Verbindungen, die man nur zerstörend öffnet.
Offene Konstruktion
Meine Objekte sollen nachvollziehbar sein. Wer handwerklich geschickt ist, soll selbst Hand anlegen können, statt auf mich angewiesen zu sein. Das ist bequemer für die Besitzerinnen und Besitzer – und ehrlich gesagt auch für mich.
Ersatzteile aus der Nachbarschaft
Mein Ziel ist es, mit ausgewählten Tischlereien hier in Münster zusammenzuarbeiten, die einzelne Bauteile bei Bedarf kurzfristig und zu überschaubaren Kosten nachfertigen können. Kurze Wege statt Ersatzteillager – daran arbeite ich gerade.
Entwurf
Meine Skizzen sind bewusst schlicht. Sie sollen keine Präsentationszeichnungen sein, sondern nur die Form festhalten, solange sie noch im Kopf ist. Alles Weitere entsteht ohnehin am Rechner.
Konstruktion und Darstellung
Aus der Skizze wird ein CAD-Modell im Maßstab 1:1 – mit allen Verbindungen, Stärken und Toleranzen, wie sie später auch gebaut werden. Auf dieser Grundlage entstehen fotorealistische Renderings mit den tatsächlichen Oberflächen und Texturen. So lässt sich ein Entwurf beurteilen, bevor das erste Brett zugeschnitten ist.
Fertigung
Ausgewählte Entwürfe baue ich anschließend selbst – in meiner Werkstatt im Keller. Was dort entsteht, ist kein Prototyp zum Vorzeigen, sondern ein fertiges Stück, das benutzt werden soll.
Über mich
Ich bin Daniel Kusz und gestalte Produkte in Münster. Entwurf, Konstruktion und Bau liegen bei mir in einer Hand – vom ersten Strich bis zum fertigen Stück. Was mich interessiert, sind Dinge, die lange halten, sich reparieren lassen und ohne Erklärung auskommen.