Der Name ist Programm: E für Epoxid, T für Table, No:1 für Nummer eins. Ehrlich gesagt ist es aber mein zweiter Tisch. Der erste Versuch, ein River Table, ist an zu wenig Erfahrung mit Epoxidharz gescheitert. Danach wollte ich das Thema eigentlich abhaken – auch weil das Material alles andere als günstig ist.
Ein paar Monate später hat mich die Idee doch nicht losgelassen. Diesmal habe ich mich gründlich mit Epoxidharz beschäftigt, recherchiert und mir über Social Media Rat geholt. Daraus kam ein entscheidender Tipp: Seitdem beziehe ich mein Harz von einem Hersteller aus Nordrhein-Westfalen, der es hier in der Region entwickelt und produziert. Kurze Wege, regional gedacht.
Entwurf
Ich wollte einen rustikalen Tisch, und weil ich Sechseckmuster liebe, wurden sie zum prägenden Motiv. Dazu passt dunkles US-Nussbaumholz. Um Holz zu sparen, habe ich ein gebrauchtes Betonsägeblatt mit 80 cm Durchmesser in den Tisch integriert. Es ist nicht nur ein Blickfang mit Geschichte, sondern hat auch eine Funktion: Das starre Stahlblatt stabilisiert die Platte und verhindert, dass sie sich in der Mitte durchbiegt.
Entworfen habe ich den Tisch zunächst am Rechner, bis das Motiv stand, anschließend habe ich alle Bauteile CNC-gefräst. Das Ergebnis – inklusive Ablage – sieht heute genau so aus, wie ich ihn mir damals vorgestellt habe.
Maße und Ablage
Ich zeichne viel, und meine Bildschirme brauchen Platz, ohne dass alles eingeengt wirkt. Die Platte ist deshalb 170 cm lang und 3 cm stark. Die Breite von 84 cm hat sich aus dem Sägeblatt ergeben und passte perfekt.
Die Ablage für die Monitore ist etwas kleiner und sitzt höher, damit die Bildschirme auf Augenhöhe stehen. Sie ist nicht mit dem Tisch verbunden, sondern mit Winkeln aus Aluguss an der Wand montiert. So bleibt der Tisch verschiebbar: Kommen Gäste, wird er zur Tafel für sechs bis acht Personen. Die Monitore hängen an einer schwenkbaren Halterung und lassen sich bei Bedarf an die Wand schieben.
Details
Das Betonsägeblatt habe ich gezielt feucht gehalten, damit sich Rost bildet und die rohe Optik noch stärker wirkt. Getragen wird die Platte von X-Beinen aus verschweißten Stahl-Vierkantprofilen, anthrazit lackiert. Vergossen ist der ganze Tisch mit glasklarem Epoxidharz.
Zwei Sechseckmodule haben eine besondere Aufgabe: Unten rechts trägt eines die Gravur mit Baujahr 2021, der Bezeichnung E-T.No:1, meinem Namen und meiner Signatur. Oben rechts sitzt in einer gefrästen Vertiefung ein Induktivlader – Handy ablegen, fertig, ganz ohne Kabel.
Die Ablage greift das Sechseckmuster auf und trägt meine Signatur im größeren Format, graviert und mit schwarzem Epoxidharz ausgegossen.
Heute ist der E-T.No:1 mein Computer-, Zeichen- und Bürotisch in einem. Für das passende Licht sorgt die Elightment-Leuchte, die ich speziell für diesen Tisch entworfen habe. Auch die Münster-Untersetzer sind ursprünglich für diesen Tisch entstanden.