Elightment-Leuchte

US-Nussbaum, Plexiglas, Kupfer · 2024

Elightment-Leuchte

Die Elightment-Leuchte ist eine modulare Schreibtischleuchte, die ich für meine Gestalterprüfung 2024 entworfen und gebaut habe. Kopf, Arm und Fuß sind einzelne Module, die einfach ineinandergesteckt werden. Die Form ist auf meinen Arbeitsplatz zugeschnitten: Der lange Arm führt den Leuchtenkopf hinter dem Bildschirm hervor und über ihn hinweg, sodass das Licht direkt auf die Schreibtischfläche fällt.

Kopf

Der runde Leuchtenkopf ist aus US-Nussbaum CNC-gefräst. Eine Scheibe aus Milchplexiglas streut das Licht – für die Prüfung ist sie noch verschraubt, künftig soll sie magnetisch halten. Als Leuchtmittel dient eine handelsübliche Niedervolt-Stiftsockellampe: alte raus, neue rein. Der Kopf lässt sich ohne Mechanik einfach vom Arm abziehen.

Arm

Zwei CNC-gefräste Plexiglasstreifen, mit dem Heißluftföhn in Form gebogen, bilden den Arm. Distanzhalter und M3-Schrauben aus Kunststoff halten sie zusammen, der Winkel lässt sich minimal nachjustieren. Außen verlaufen Kupferstreifen, die den Strom führen – man sieht genau, wo er fließt.

Die Elektronik ist verpolungssicher: Ganz gleich, wie herum man Kopf oder Arm einsteckt, die Leuchte funktioniert. Und weil sie mit Niedervolt und geringer Stromstärke arbeitet, kann man den Arm auch eingeschaltet bedenkenlos anfassen.

Sechs RGB-LEDs in der Elektronikbox leuchten die Plexiglasstreifen von unten aus. Farben und Farbkombinationen lassen sich per Handy-App wählen – so wird die Leuchte zum dezenten Stimmungslicht, auch wenn die Schreibtischbeleuchtung aus ist.

Fuß und Elektronikbox

Der runde Fuß ist ebenfalls aus US-Nussbaum gefräst. In ihm steckt eine herausnehmbare Box mit der gesamten Technik, in die auch der Arm gesteckt wird. Geht etwas kaputt, zieht man den Arm ab und drückt die Box über Griffmulden an der Unterseite heraus – in unter fünf Sekunden und ohne eine einzige Schraube zu lösen.

Der Gedanke dahinter

Mir ging es um ein nachhaltiges Produkt, das nicht in die Wegwerfkategorie fällt. Die Technik ist bewusst einfach gehalten: Wer mit einem Lötkolben umgehen kann und weiß, wo Plus und Minus hingehören, kann die Leuchte selbst reparieren.

Ich verstehe sie als Kampfansage an Produkte, bei denen man gefühlt zwanzig Schrauben lösen muss, um an eine simple Niedervolt-Elektronik zu kommen – und die am Ende im Müll landen, weil sich niemand die Reparatur antut. Die Elightment-Leuchte ist das Gegenteil: offen, nachvollziehbar und reparierbar. Ich stehe zu meinen Produkten und möchte, dass jeder sie reparieren kann.

Das modulare Prinzip lässt viel Spielraum: Statt Nussbaum ist auch Eiche oder ein anderes Holz denkbar, statt runder Module auch sechseckige, dreieckige oder ovale.