Die Grundidee bleibt dieselbe wie bei Version 1: ein Hocker für alle, die wenig Platz haben, ihn schnell verstauen und bei Besuch in Sekunden aufbauen wollen. Mit der zweiten Version wollte ich ihn außerdem edler und moderner gestalten: verrundete Beine statt eckiger Formen, insgesamt schmaler und zeitgemäßer.
Vom Vollholz zum Multiplex
Ursprünglich sollte Version 2 komplett aus Vollholz entstehen. Doch das schmalere Design hat das Material nicht mitgemacht: Genau dort, wo die beiden Beinelemente ineinandergesteckt werden, blieb so wenig Holz übrig, dass Bruchstellen vorprogrammiert waren. Also bin ich zum Birke-Multiplex der ersten Version zurückgekehrt – es ist deutlich robuster und trägt weit mehr Gewicht.
Material und Varianten
Gefertigt ist der Hocker aus 20 mm starkem Birke-Multiplex. Für mehr optische Vielfalt habe ich die Platten beidseitig mit Echtholzfurnier beschichtet, einmal mit Nussbaum und einmal mit Eiche. Weil das Furnier den Preis deutlich erhöht, kam eine dritte Variante ohne Furnier dazu. Sie lässt sich nach Belieben lackieren, kann sich aber auch blanko absolut sehen lassen.
Stecksystem und Polster
Das Stecksystem ist identisch mit der ersten Version: zusammenstecken, fertig, ganz ohne Werkzeug. Neu ist ein einlegbares Polster, wodurch der Hocker vierteilig wird. Es besteht aus einer dünnen Multiplexplatte mit rundem Schaumstoff und einem auf der Rückseite festgetackerten Bezug. So lassen sich Polster leicht austauschen und mit verschiedenen Stoffen variieren. Zerlegt passen die Teile kompakt in einen Kleiderschrank oder eine schmale Nische.
Ein Hocker, viele Ideen
Bei der Ausstellung an der Akademie für Gestaltung in Münster wurde der Hocker von den Besuchern plötzlich zum Klavierhocker oder Beistelltisch. Zu sehen, wie Menschen ein Objekt für sich interpretieren, finde ich immer wieder spannend – in diesem Fall hat es mich sogar auf eine neue Idee gebracht: Der Hocker soll künftig wirklich beides können.
Die Sitzfläche wird einfach umgedreht, das Polster liegt dann unten und oben entsteht eine glatte Ablagefläche. So wird der Hocker im Alltag zum Beistelltisch an der Couch und verwandelt sich wieder in einen Sitzplatz, sobald Besuch kommt. Diese Idee steht bereits auf meiner Liste für die Weiterentwicklung.
Ausblick
Vorerst liegt das Projekt auf Eis, denn beide Versionen brauchen noch Entwicklungszeit. Vielleicht biete ich die Hocker in Zukunft auch zum Kauf an. Bis dahin bleibt die Freude daran, sie entworfen und gebaut zu haben.